Wer ist Little John?

Wer ist Little John?

Wer ist Little John?

Der Kojote ist eine dem Wolf ähnliche in freier Wildbahn lebende Hundeart. Den amerikanischen Ureinwohnern gilt er als heiliges Tier. In der Mythologie symbolisiert er Glück, steht für Mut und offenbart Verborgenes. Wie die Indianer wurde auch ihr Symboltier der Kojote von den europäischen Einwanderern gejagt und bekämpft. Im Gegensatz zum Wolf profitierte er jedoch von seiner hohen Anpassungsfähigkeit und ist in Nordamerika deshalb auch noch heute weit verbreitet.
Wer ist Little John?

Wer ist Little John?

Der wergweisende und visionäre deutsche Künstler Joseph Beuys (*12. Mai 1921 - + 23. Jan. 1986) verlebte im Jahr 1974 einige Tage mit dem Kojoten ‚Little John‘ im New Yorker Galerieraum seines Galeristen René Block. In diesen Tagen näherten sich Mensch und Wildtier langsam an und gewöhnten sich aneinander. Am Ende lagen beide zusammen in einer Ecke des Raumes auf einem Haufen Stroh und schauten gemeinsam aus dem Fenster.

Joseph Beuys hat neben seinem großen zeichnerischen Frühwerk auch als Bildhauer, Aktionskünstler, Kunsttheoretiker, Politiker, Philosoph und Umweltaktivist gewirkt. Sein Markenzeichen waren neben seinem Humor seine Anglerweste und sein Filzhut. Zeit Lebens verband ihn eine enge Beziehung zu Flora und Fauna und die Beziehung der Menschen zur Natur. Hierzu prägte er den Satz: ‚Der Mensch spürt, dass die Tiere und Pflanzen seine Verwandten sind.‘

Wer ist Little John?

Wer ist Little John?

Mit seiner Aktion mit dem Koyoten kritisierte Beuys den Umgang der europäischen Siedler mit den Ureinwohnern in der Zeit der Kolonialisierung. Hierzu merkte er an: ‚Man könnte sagen, dass noch eine Rechnung mit dem Kojoten offen ist, erst dann kann dieses Trauma aufgehoben werden‘. Die Aktion war somit sehr politisch, was er zudem in dem ironischen Titel ‚I like America, and America likes me‘ untermauerte.

Beuys betrat bei der Aktion kaum amerikanischen Boden. Um dies zu vermeiden, wurde er am Flughafen in eine Filzrolle gewickelt und auf einer Trage in einem Krankenwagen in die Galerie gefahren. Wie ein Hirte in Filz gehüllt, begegnete er so auch erstmals ‚Little John‘. Auf diese besondere Art verließ er dann nach der Aktion auch wieder die USA. Die Aktion steht symbolisch dafür, dass kulturelle Unterschiede und Fremdheit auch friedlich und freundschaftlich überbrückt werden können und bleibt somit hoch aktuell. Zudem stellt sie den Amerikanern die Frage nach der Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte.

In seinem Klassiker der Weltliteratur ‚Der Kleine Prinz‘ lässt der Autor Antoine de Saint-Exupery seinen Titelhelden auf einen Fuchs treffen. Als der Kleine Prinz den Fuchs fragt, ob dieser sein Freund werden wolle, antwortet der Fuchs ihm, dass das nicht ginge, da er nicht gezähmt sei. Darauf erklärt er dem Kleinen Prinzen, dass er sich dafür mit ihm vertraut machen müsse und so wurden der Kleine Prinz und der Fuchs schließlich doch Freunde. Ein bisschen mag man glauben, dass diese berühmte Geschichte dem Herren des Filz und Fett, wie Beuys einst genannt wurde, zum Vorbild für seine Aktion diente. Uns dienten Little John und sein Künstlerfreund auf jeden Fall als Inspirationsquelle für den Kunstkojoten, der Euch durch unsere Online Tutorials führt.